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Kollagen gegen Stressinkontinenz

Kollageninjektionen können Frauen mit Stressinkontinenz nachhaltig helfen, besonders dann, wenn vorangegangene operative Methoden keinen Erfolg brachten. Das ergab eine Studie, an der 31 Patientinnen mit Stressinkontinenz teilnahmen.

Blase bei Stress-Inkontinenz: Bei Druckanstieg kommt es zum unfreiwilligen Urinabgang.

Obwohl das operative Rüstzeug zur Behandlung von Stressinkontinenz ständig weiterentwickelt wird, liegt die Versagerquote bei chirurgischen Eingriffen immer noch bei mindestens 10 %. Es ist deshalb nicht überraschend, dass sich Patientinnen mit bleibender oder wiederkehrender Inkontinenz keiner zweiten Operation unterziehen wollen und sich dann für eine weniger invasive Behandlungsform entscheiden.

Eine alternative, nicht-invasive Behandlungsmethode bietet die Kollageninjektion um den Harnleiter. Eine Arbeitsgruppe aus Texas untersuchte, ob eine solche Kollageninjektion die wiederkehrende Stressinkontinenz nach vorhergehenden operativen Eingriffen nachhaltig beseitigen kann (J Urol181, 2009, 701).

31 Frauen im Alter von durchschnittlich 61 Jahren, die sich zuvor operativen Eingriffen wie beispielsweise dem Einbringen einer Schlinge am Harnleiter unterzogen hatten, erhielten ambulant nach kurzer Betäubung eine einmalige Kollageninjektion. Anschließend wurden in festgelegten Zeitabständen Kontrolluntersuchungen durchgeführt und die Patientinnen über wiederkehrende Symptome und ihre Lebensqualität befragt.

Nach sechs Wochen betrachteten 93 % der Frauen ihre Erkrankung subjektiv als geheilt oder zumindest ihren Zustand als verbessert. Bei sechs Frauen hatte den Kontrolluntersuchungen zufolge die Therapie nicht angeschlagen, und sie mussten sich einem weiteren chirurgischen Eingriff unterziehen. Die 25 Frauen, bei denen die Behandlung Erfolg hatte, erhielten innerhalb der ersten 20 Monate nach der Behandlung noch ein oder zwei weitere Injektionen. Zum Zeitpunkt des Studienendes lag bei 32 % der erfolgreich therapierten Frauen die erste Injektion bereits mehr als zwei Jahre zurück. Außer den anfänglichen Nachinjektionen waren bei ihnen seither keine weiteren Injektionen mehr notwendig gewesen.

Laut Studienautor Philippe Zimmern bevorzugen Frauen mit Stressinkontinenz nach einer vorhergehenden erfolglosen operativen Therapie eine weniger invasive Therapiemöglichkeit. Die Kollageninjektion ist deshalb besonders für solche Patientinnen eine effektive Behandlungsoption.