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Vaginale Geburt: Kein erhöhtes Risiko für Harninkontinenz im späteren Leben

Risikofaktoren, die in Zusammenhang mit der Entstehung einer Harninkontinenz gebracht werden, gibt es viele. Auch eine vaginale Geburt zählt dazu. Doch nun kommt eine Studie zu dem Ergebnis, dass eher die Gene das Risiko bestimmen, ob eine Frau im Laufe ihres Lebens unfreiwillig Urin verliert.

Schwestern haben oft einen vergleichbaren Kontinenzstatus – und der hängt nicht von vaginalen Geburten ab.

Die Wissenschaftler hatten die Häufigkeit des Auftretens von Harninkontinenz bei Schwesterpaaren verglichen. Wie sich herausstellte, litten diejenigen Frauen, die im Laufe ihres Lebens ein oder mehrere Kinder geboren hatten, genauso häufig an Inkontinenz wie ihre kinderlosen Schwestern.

Dr. Gunhilde Buchsbaum vom Rochester Medical Center der Universität New York und ihre Kollegen haben an 143 biologischen Geschwisterpaaren (Durchschnittsalter 61 Jahre) untersucht, welchen Einfluss eine vaginale Geburt auf später möglicherweise auftretende Harninkontinenz hat (Obstet Gynecol 2005; 106: 1253-1258). Wichtigstes Einschlusskriterium in die Studie war, dass die eine Schwester kein Kind geboren hatte, wohingegen die andere Schwester ein oder mehrere Kinder entbunden haben musste. 

Harninkontinenz trat in beiden Gruppen vergleichbar häufig auf

Diejenigen Schwestern, die entbunden hatten, litten zu 49,7% an Harninkontinenz. Der Anteil war jedoch nicht signifikant höher als bei Geschwistern, die keine Kinder zur Welt gebracht hatten (47,6%). Auch die Schwere sowie die Form des unfreiwilligen Urinverlusts unterschieden sich nicht zwischen den Geschwistern.

„Eine vaginale Geburt scheint somit das Risiko für eine Harninkontinenz bei postmenopausalen Frauen nicht zu erhöhen“, schlussfolgern die Autoren aus der Studie. Vielmehr legen die Ergebnisse nahe, dass eine familiäre Prädisposition und somit die Gene dafür verantwortlich sind, ob eine Frau im Laufe ihres Lebens inkontinent wird. Hierfür spricht auch die Beobachtung, dass der Kontinenzstatus der untersuchten Geschwisterpaare in hohem Maße übereinstimmte.