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Harninkontinenz nach radikaler Prostatektomie

Männer, die sich aufgrund eines Prostatakarzinoms einer radikalen Prostatektomie unterziehen müssen, leiden nach der Operation häufig an Harninkontinenz. Der Anteil der Männer mit unfreiwilligem Harnverlust verringert sich jedoch, je länger der Eingriff zurückliegt. Das Risiko für eine postoperative Harninkontinenz hängt dabei unter anderem vom Alter des Patienten und der Operationsmethode ab.

Der Anteil an Männern mit unfreiwilligem Harnverlust verringert sich, je länger der Eingriff zurückliegt.

Urologen von der Universität Padua, Italien, haben 985 Männer, die sich zwischen 1986 und 2001 einer radikalen Prostatektomie unterzogen hatten, gefragt, ob und wie lange sie nach der Operation an Harninkontinenz gelitten hatten (BJU International 2006; 97: 1234-1241). Dabei wurden auch mögliche Faktoren untersucht, die das Risiko für eine postoperative Harninkontinenz erhöhen.

Innerhalb der ersten zwei Jahre nach dem Eingriff stieg der Anteil der Männer, die nach der Operation wieder kontinent waren, kontinuierlich an: Nach drei Monaten gaben 68,2% der Patienten an, keinen Urin zu verlieren, sechs Monate später waren es schon 78% und nach einem Jahr 86,9%. Zwei Jahre nach der radikalen Prostatektomie zeigten 93,2% der Männer keine Symptome einer Harninkontinenz. Insgesamt dauerte es durchschnittlich 4,5 Monate, bis ein Mann nach dem Eingriff wieder kontinent war.

Die Urologen ermittelten mehrere Risikofaktoren, die die Wahrscheinlichkeit einer postoperativen Harninkontinenz erhöhen. Je älter der Mann zum Zeitpunkt der Operation war, desto eher litt er an unfreiwilligem Urinverlust. Auch die Operationsmethode beeinflusste die spätere Kontinenzrate. Hier waren eine Resektion des neurovaskulären Bündels sowie eine Anastomosenstriktur weitere negative Prognosefaktoren.