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Hautjucken – Altersproblem Nr. 1

Ältere Haut braucht
täglich intensive Pflege
Hautjucken kann lokalisiert oder generalisiert am ganzen Körper mit oder ohne sichtbare Hauterscheinungen auftreten. Medizinische Bezeichnungen dafür sind Pruritus senilis bei altersbedingtem Juckreiz oder Pruritus sine materia bei Juckreiz mit unauffälligem Hautbefund.

 

Mehr als die Hälfte aller über 60-Jährigen leidet mehr oder weniger ausgeprägt unter Hautjucken. Wie der Juckreiz entsteht, ist noch weitgehend ungeklärt. Pruritus ist jedoch ein Symptom für weitere Erkrankungen. Daher ist es immer notwendig, ältere Patienten mit Pruritus gründlich zu untersuchen, um die Ursache aufzudecken. Erst wenn diese geklärt ist, ist auch eine gezielte Therapie möglich.

 

Pruritus als Symptom von Allgemeinerkrankungen

Juckreiz ist zunächst eine typische Begleiterscheinung vieler Hauterkrankungen wie zum Beispiel:

Bei den inneren Erkrankungen mit dem Symptom Juckreiz kommen in erster Linie Nierenerkrankungen, Leberfunktionsstörungen, Schilddrüsenerkrankungen und Diabetes mellitus infrage.

Weitere systemische Ursachen für Juckreiz können zentralnervöse Prozesse wie:

Generalisierter Juckreiz kann auch als Folge von Arzneimittelunverträglichkeiten auftreten. Vor allem multimorbide Patienten, die entsprechend viele Medikamente gleichzeitig einnehmen müssen, sind davon häufig betroffen. In der Postmenopause kann Östrogenmangel lokalisierten Juckreiz in der Anogenitalregion bewirken, der zudem von einer Candidose begleitet sein kann.

Und schließlich sind auch psychische Faktoren als Auslöser von Juckreiz in Betracht zu ziehen.

Juckreiz als Problem der Altershaut

Trockene Haut eines
älteren Menschen
Die häufigste Ursache des Pruritus senilis ist sehr trockene Haut (Xerosis cutis bzw. Xerodermie). Diese ist nicht nur eine Folge von Veranlagung und natürlicher Hautalterung, auch Umwelteinflüsse können die Haut austrocknen. Vor allem häufiges Waschen und Baden mit alkalischen Substanzen wie etwa Seifen greifen den Säureschutzmantel der Haut an. 

Negativ wirken sich aber auch trockene und überwärmte Räume aus. Zudem ist die Trockenheit der Haut in den Wintermonaten wesentlich ausgeprägter.

Therapie und Pflege

Trockene Haut sollte mit
rückfettenden Pflegeprodukten
behandelt werden
Konnten die Ursachen eines systemisch bedingten Pruritus diagnostiziert und behandelt werden, lindert dies häufig den Juckreiz. Zur symptomatischen Behandlung des Juckreizes stehen verschiedene Medikamente (Antihistaminika, selten auch Psychopharmaka) zur Verfügung.

Äußere Maßnahmen gegen den Juckreiz, insbesondere bei Pruritus senilis, sind Therapie und Pflege zugleich und können auch der Prophylaxe dienen. Ziel dabei ist, den Zustand der ausgetrockneten Haut zu normalisieren und sie vor erneutem Austrocknen zu bewahren.

Mittel der Wahl ist hierzu eine Behandlung und Pflege mit Präparaten, die die Haut rückfetten und den Mangel an natürlichen Feuchtigkeitsfaktoren ausgleichen und damit der Instabilität des Lipidfilmes der Altershaut entgegenwirken. Dies können sein:

  • Salben mit Harnstoffzusätzen

  • Öle in Form von Sprays oder Bädern.

Völlig ungeeignet hingegen sind alkoholische Tinkturen wie z. B. Franzbranntwein oder Arnika, weil diese die Haut noch mehr austrocknen.

 

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