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Wahrnehmung ermöglicht Interaktion

Die Wahrnehmung gewinnt bei der Pflege eine besondere Dimension, weil hier Menschen zu betreuen sind, deren Wahrnehmung durch Alter, Krankheit oder Behinderung vielfach erheblich beeinträchtigt ist. Wie sich die Beziehung zwischen dem Pflegenden und dem Pflegebedürftigen gestaltet, hängt dann weitestgehend von der Fähigkeit der Pflegeperson ab, wie man mit der eigenen Wahrnehmung und der Wahrnehmung des anvertrauten Menschen umgehen und sie in den Pflegeprozess einbringen kann.

Für Pflegepersonen ist das Wissen um die Wahrnehmungsvorgänge und deren Beeinflussung eine unentbehrliche Grundlage. Die intensive Beschäftigung mit diesem Thema ist sicherlich keine verlorene Zeit, sondern wird der Pflege eine neue Qualität verleihen.

Beobachten als geplante Aktivität

Auch wenn Wahrnehmung und Beobachtung oftmals synonym gebraucht werden, unterscheiden sie sich deutlich. Im Gegensatz zur bewusst oder unbewusst ablaufenden Wahrnehmung ist die Beobachtung eine bewusste und geplante Aktivität mit dem Ziel, neue Erkenntnisse zu gewinnen und Entscheidungen zu treffen, die eine Anpassung des Handelns an aktuelle Situationen ermöglichen. Die Beobachtung gehört zu den wichtigsten pflegerischen Aufgaben, weil die hierbei gewonnenen Erkenntnisse und Informationen die Basis für alle Phasen im Pflegeprozess darstellen.

 

Subjektive Beobachtung
Man beobachtet aus eigener Sicht eine andere Person und beurteilt sie. Hier ist es häufig ratsam, den subjektiven Eindruck, den man von dem beobachteten Menschen gewonnen hat, mit Eindrücken anderer Pflegepersonen abzuklären, um Fehlbeurteilungen zu vermeiden.

 

Objektive Beobachtung
Die objektive Beobachtung ist rein sachlich, sollte ohne Vermengung von Gefühlen oder gar Vorurteilen erfolgen. Dies zum Beispiel dann möglich, wenn bestimmte Beobachtungskriterien durch Messen (Fieberthermometer, Pulsuhr, Blutdruckmessgerät usw.) bestätigt werden können.

 

Beobachtung ist eine Kunst, die erlernt werden muss. Denn sie erfordert vom Pflegenden mehr als nur die Beurteilung einzelner Merkmale. Der Pflegebedürftige ist "ganzheitlich" zu sehen, was fundiertes medizinisch-pflegerisches Hintergrundwissen verlangt, um aus Einzelbeobachtungen zu einer validen Gesamteinschätzung zu kommen.

Die Wege der Wahrnehmung
 
   
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