Für die komprimierende Verbandbehandlung stehen Kompressionsbinden mit unterschiedlichem Kraft-Dehnungs-Verhalten zur Verfügung, das den typischen Arbeits- und Ruhedruck einer Binde ergibt.
Am unnachgiebigsten sind Zinkleimbinden. Sie ergeben im angelegten Zustand halbstarre Verbände, die von allen Bindenmaterialien der tätigen Muskulatur den größten Widerstand entgegensetzen. Damit entfalten sie bis in die Bereiche der tiefen Venen einen intensiven Arbeitsdruck, der rasch entstauend wirkt. Der Zinkleimverband ist deshalb vor allem in der akuten Phase zur raschen Ödemausschwemmung indiziert.
Einen sehr hohen Arbeitsdruck entwickeln auch die so genannten Kurzzugbinden. Durch ihre relativ geringe Dehnbarkeit ergeben sie im Verband eine straffe Kompression. Verbände aus Kurzzugbinden werden zur Einleitung und Fortführung der Behandlung, z. B. bis zur vollständigen Entstauung oder bis zum Abheilen des Ulkus, angewendet.
Nicht geeignet für Kompressionsverbände bei venösen Beinleiden und zur Ulkusbehandlung sind dagegen die sehr elastischen Langzugbinden. Sie üben einen relativ niedrigen Arbeitsdruck aus, der nur die oberflächlichen Venenbereiche beeinflusst, haben aber einen hohen Ruhedruck, der bei fehlendem Muskelspiel zur unerwünschten Komprimierung der feinen Blutgefäße in der Haut führen kann.
Arbeitsdruck:
Widerstand, den der Verband der Muskulatur bei Bewegung entgegensetzt.
Ist umso höher, je unnachgiebiger das zur Anwendung kommende Bindenmaterial ist.
Ruhedruck:
Auswirkungen eines Kompressionsverbandes auf das Bein oder das Hautgewebe, ohne dass eine Bewegung der Extremität stattfindet.
Je elastischer ein Bindenmaterial ist, umso höher ist der Ruhedruk, weil das hochelastische Material das Bestreben hat, sich bei Entlastung zusammenzuziehen.