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Debridementverfahren zur Wundreinigung

Chirurgisches Debridement: Exzision/Abtragen von Nekrosen und Fibrinbelägen mithilfe von Skalpell, Schere, scharfem Löffel oder Laser, je nach Wundgegebenheit unter OP-Bedingungen oder ambulant. Gilt als die schnellste und effektivste Methode des Debridements, weil „schlagartig" alles aus der Wunde entfernt wird, was die Heilung blockiert. Es ist dringlich erforderlich zur Bekämpfung schwerer Infektionen. 

 

Ein ambulant, z. B. am Krankenbett durchgeführtes chirurgisches Debridement darf nicht zu einem „Rumschnipseln" an der Wunde werden, vielmehr orientiert es sich an einem gut vorbereiteten operativen Eingriff mit Patientenaufklärung und Einholen seines Einverständnisses. Insbesondere ist für eine ausreichende Schmerzausschaltung zu sorgen, z. B. durch Auftragen lokal anästhesierender Cremes, dabei Einwirkzeit beachten!

Enzymatisches Debridement: Ablösen von Fibrinbelägen und dünnen nekrotischen Schichten (weniger von geschlossenen Nekrosen) durch Enzympräparate mit unterschiedlichem Wirkungsspektrum; kann z. B. als „Feinreinigung" nach dem chirurgischen Debridement zur Anwendung kommen. Indikationen und Anwendungshinweise der Hersteller exakt beachten, da bei falscher Applikation Nebenwirkungen möglich sind.

Autolytisches Debridement: Aufweichen und Ablösen von Nekrosen und Fibrinbelägen durch geeignete Wundauflagen (z. B. Schaumstoffe, Hydrogele, TenderWet), die die körpereigenen Wundreinigungsprozesse unterstützen. Die Reinigungswirkung kann beachtlich sein, die Methode ist zudem zellschonend durch das feuchte Wundmilieu, sicher und nebenwirkungsfrei, verursacht wenig Schmerzen und ist einfach – auch in der häuslichen Wundversorgung – anzuwenden. 

Wundspülungen bei jedem Verbandwechsel unterstützen die Wundreinigung mithilfe von Wundauflagen wirkungsvoll. Als Spüllösung empfiehlt sich Ringerlösung, bei kurzzeitiger Anwendung ist auch physiologische Kochsalzlösung möglich. Im Vergleich zur Kochsalzlösung enthält die zu bevorzugende Ringerlösung Kalium- und Kalzium-Ionen, sodass Elektrolytverschiebungen im Wundbereich geringer sind und auch die Zellproliferation gefördert wird.

Biochirurgie mit Maden: Speziell gezüchtete Larven der Fliegenspezies Lucilia sericata werden auf die Wunde aufgesetzt und beginnen hier mit ihrer Art des „Debridements": Sie geben Enzyme in ihre Umgebung ab und "fressen" in kurzer Zeit nekrotisches Gewebe, einschließlich Eiter und vorhandener Keime, auch in der Tiefe der Wunde. Gesundes Gewebe bleibt unangetastet, weil die Larven zwischen lebendem und totem Gewebe unterscheiden.

 

 

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