Bevor mit der eigentlichen Wundbehandlung begonnen werden kann, muss nach einer ersten Anamnese, Befunderhebung und Beurteilung der Wunde geklärt werden, welche Grunderkrankung vorliegt, die zum Hautdefekt geführt hat. Die häufigsten Ursachen für chronische Wunden sind:
Leidet der Patient an einem Ulcus cruris venosum ist eine Kompressionstherapie indiziert
Bei Patienten mit chronischen Wunden ist eine effiziente kausale Therapie der Grunderkrankung für eine Heilung meist genauso wichtig wie die eigentliche lokale Wundbehandlung. Das Ziel dabei ist, die gestörte Mikro- und Makrozirkulation in der Haut zu verbessern. Eine diagnostische Abklärung der Ursachen für die chronische Wunde ist daher der erste und wesentliche Schritt, um den Patienten effektiv behandeln zu können.
Ulcus cruris venosum Bei Patienten, deren chronische Wunde venösen Ursprungs ist, muss die venöse Stauung in den Beinen verringert werden. Dies ist möglich durch eine die Wundbehandlung begleitende Kompressionstherapie sowie regelmäßige Bewegung oder Krankengymnastik, die die Muskel-Venenpumpe aktiviert. Auch eine Operation am Venensystem kann unter Umständen indiziert sein.
Ulcus cruris arteriosum Bei einem rein arteriellen Ulkus sind Maßnahmen erforderlich, die die Durchblutung im Bein fördern. Diese können etwa ein Gehtraining zur Revaskularisierung, gefäßchirurgische Eingriffe und/oder medikamentöse Therapien umfassen.
Dekubitalulzera Zur kausalen Therapie von Dekubitalulzera sollten die bestehenden Geschwüre bzw. gefährdeten Hautpartien des Patienten entlastet werden, etwa durch eine spezielle Dekubitusmatratze und regelmäßigen Lagewechsel.
Diabetische Ulzera/Diabetisches Fußsyndrom Die Grundvoraussetzung, um diabetische Ulzera erfolgreich zu behandeln, ist die diabetische Stoffwechsellage des Patienten optimal einzustellen. Dies ist gleichzeitig auch die beste Therapie der Neuropathie. Der erkrankte oder gefährdete Fuß sollte zusätzlich durch spezielle orthopädische Schuhe druckentlastet werden.