 |
 |
 |
Oft ist plötzlich Hilfe notwendig |
|
 |
Pflegeaufgaben kommen oft überraschend – und die, die sie übernehmen müssen, verfügen meist über kein praktisches Wissen in der Krankenpflege. Viele haben daher nicht ganz zu Unrecht Angst, etwas falsch zu machen und dem Patienten dadurch zu schaden. Doch die Krankenpflege für den häuslichen Bereich ist durchaus erlernbar. So geben Sozial- und Diakoniestationen entsprechende Kurse, in denen man die verschiedenen, anfallenden Tätigkeiten erlernen kann. Auch von den ambulanten Helfern lassen sich eine Reihe von Pflegemaßnahmen "abgucken". Geht es um Rehabilitationspatienten, erfolgt meist eine mehrtägige Unterweisung durch das Klinikpersonal. Und nicht zuletzt hilft auch Fachliteratur dabei, sich einiges Wissen anzueignen. In medizinischen Fachkreisen wird die Krankenpflege in drei große Bereiche aufgeteilt – in die Grundpflege, Behandlungspflege und in prophylaktische Maßnahmen.
Die Grundpflege umfasst die Körperpflege und Hygiene, die Sorge für eine gesunde Ernährung, geregelte Ausscheidungen und ausreichend Bewegungsmöglichkeiten. Alles Maßnahmen, die auch der gesunde Mensch für sein Wohlbefinden anwendet. Da der kranke, behinderte oder ältere Mensch dazu jedoch nur noch eingeschränkt oder überhaupt nicht mehr in der Lage ist, braucht er dabei Hilfe.
Unter die Behandlungspflege fallen Tätigkeiten, die die Arbeit des Arztes unterstützen, z. B. die ordnungsgemäße Temperatur-, Puls- und Blutdruckkontrolle, die Überwachung der Einnahme von Medikamenten, die Anwendung von Wickeln oder Einreibungen. Sachgerechter Verbandwechsel, das Verabreichen von Spritzen, das Legen eines Blasenkatheters usw. sind dagegen meist Sache des Arztes oder der ausgebildeten Gemeindeschwester. Wenn es die Situation erfordert, kann dies aber auch von Laien erlernt werden.
Prophylaktische Maßnahmen (griech., bedeutet so viel wie "vor etwas Wache halten") dienen dazu, drohende Krankheiten oder Schädigungen durch vorbeugende Wachsamkeit zu verhindern. Bei bettlägerigen Menschen geht es z. B. darum, Druckgeschwüre, Thrombosen, Gelenkversteifungen oder Lungenentzündungen zu vermeiden.
Grundsätzlich sind in der Pflege aber noch zwei weitere Aspekte von großer Bedeutung:
Nicht von vornherein dem Pflegebedürftigen alle Aufgaben abnehmen! Auch wenn er dazu etwas länger braucht, kann er manche Verrichtungen wie Waschen, Anziehen, Essen usw. noch selbstständig erledigen. Das erspart nicht nur Arbeit, sondern gibt dem Kranken das Gefühl, noch etwas allein zustande zu bringen und stärkt, was enorm wichtig ist, sein Selbstvertrauen und seinen Lebensmut.
Sich selbst vor körperlicher Überanstrengung schützen! Die Pflegearbeit erfordert viel Kraft. Auch wenn die Techniken gut beherrscht werden, sollte man sich nicht überschätzen. Es ist niemandem gedient, wenn die Pflegenden selbst krank werden. Also rechtzeitig für Hilfe sorgen, wenn man sich überfordert fühlt.
Das erleichtert die Arbeit
|