Die tägliche Körperpflege steigert nicht nur das allgemeine Wohlbefinden der Pflegebedürftigen, sondern verhindert auch Folgeerkrankungen wie etwa Hautreizungen und -entzündungen.
Tägliches Duschen, Vollbad einmal die Woche Erlaubt es der Zustand des Pflegebedürftigen, sollte er täglich duschen oder geduscht werden. Ein Reinigungs-Vollbad oder ein weniger belastendes Sitzbad genügt einmal wöchentlich.
Bei bettlägerigen Patienten ist die tägliche Ganzwaschung notwendig. Mit den Augen beginnen, dann Gesicht, Ohren, Hals, Arme, Hände, Brust und Bauch waschen, danach sofort abtrocknen und nach Bedarf eincremen. Den Rücken in Seitenlagerung waschen, danach Beine und Füße. Zum Schluss werden unter Verwendung einer zweiten Waschschüssel und eines zweiten Waschlappens die Schamgegend und die Genitalien gewaschen.
Intimtoilette mehrmals täglich Die Intimtoilette kann mehrmals täglich erforderlich sein, weil die Schamgegend durch die Ausscheidungen von Urin und Stuhl besonders von Geruchsbildung betroffen und durch Entzündungen gefährdet ist – vor allem dann, wenn der Kranke inkontinent ist, vermehrten Ausfluss oder Durchfall hat. Bei stark verschmutzten Hautpartien empfiehlt sich der Einsatz eines hautschonenden Reinigungsschaums.
Bei Frauen ist zu beachten, dass durch die Lage der Harnröhre leicht Keime aus der Aftergegend in die Harnwege eingeschleppt werden und dort Infektionen auslösen können. Deshalb immer von der Scheide zum After hin reinigen.
Bei Männern muss die Vorhaut des Penis zurückgeschoben werden, damit die Eichel gereinigt und das Smegma entfernt werden kann. Nach dem Waschen die Vorhaut unbedingt wieder über die Eichel zurückschieben, um Abschnürungen und Blutstau zu vermeiden.
Hautfalten nicht vergessen Besonderer Hinweis: Alle Hautfalten müssen gründlich gereinigt und sorgfältig abgetrocknet werden, damit es durch die Feuchtigkeit nicht zu Hautreizungen kommt. Gefährdete Stellen sind vor allem:
die Falten unter der Brust bei Frauen
die Achselhöhlen
die Bauchfalten bei Dickleibigen
die Leistengegend
die Analfalte
der Hodensackbereich
die Zehenzwischenräume
Spezielle Pflege von Kopf bis Fuß
Augen: Hier ist eine spezielle Pflege erforderlich, wenn die Gefahr einer Hornhautaustrocknung oder einer Infektion der Bindehaut besteht. Gefährdet sind vor allem Kranke mit seltenem oder fehlendem Lidschlag, z. B. bei Halbseitenlähmung. Augen mit einem Mulltupfer und sterilem Wasser mehrmals täglich auswischen. Jeden Tupfer dabei nur einmal verwenden. Augensalben und Augentropfen werden nach Anweisung des Arztes aufgetragen. Nase: Die Nasenöffnungen nur mit nassen oder trockenen Wattestäbchen reinigen. Eventuelle Borken vorsichtig entfernen, damit sie nicht hochgeschoben werden und die Atmung behindern.
Ohren: Hier sind der äußere Gehörgang sowie die Hautpartien hinter den Ohren zu säubern.
Mund: Mindestens zweimal täglich die Zähne putzen sowie den Mund mit erfrischenden Zusätzen spülen. Zahnprothesen sollten nach jedem Essen, zumindest aber am Abend gründlich gereinigt werden. Durch die geschwächte Abwehrkraft und mangelhafte Kautätigkeit sind besonders Schwerkranke und Fieberkranke sowie sehr alte Menschen von Erkrankungen der Mundschleimhaut bedroht. Eine intensive Mundpflege ist dann unerlässlich. Besonders praktisch sind dazu gebrauchsfertige sterile Lemon-Glycerin-Wattestäbchen, wie sie in der Klinik verwendet werden. Sie sind unter dem Markennamen Pagavit in Apotheken erhältlich.
Nägel: Das Schneiden der Zehennägel erfordert besondere Vorsicht, denn selbst kleinste Verletzungen können bei Patienten mit Durchblutungsstörungen der Beine und bei Zuckerkranken zu schwerwiegenden, sogar lebensbedrohenden Infektionen führen. Es empfiehlt sich in diesen Fällen, eine Fußpflegerin ins Haus kommen zu lassen. Passiert einmal ein Missgeschick, Verletzung sofort desinfizieren, verbinden und einen Arzt zu Rate ziehen.
Füße: Ein Fußbad wird immer als Wohltat empfunden und sollte sowohl bettlägerigen als auch gehfähigen Patienten möglichst oft geboten werden.
Haare: Sie werden je nach Bedürfnissen des Patienten gewaschen, mindestens aber einmal alle vierzehn Tage. Bei Männern sollte die tägliche Rasur eingehalten werden, um ein ungepflegtes Aussehen zu vermeiden.