Fieber ist dreimal täglich, zumindest aber morgens nach dem Aufwachen und abends gegen 17 Uhr zu messen. Gemessen werden kann in der Achselhöhle (axillar), unter der Zunge (oral) oder im After (rektal). Sind exakte Messwerte erforderlich, muss rektal gemessen werden.
Puls- und Blutdruckkontrolle
Ein hoher Blutdruck muss immer behandelt werden.
Die Anzahl der Pulsschläge pro Minute, ihre Regelmäßigkeit sowie ihre Stärke geben also wichtige Auskunft über die Herztätigkeit. Mittelwerte für normale Pulszahlen in Ruhelage sind: Erwachsene 60 bis 80, alte Menschen 70 bis 90.
Am besten lässt sich der Puls an der Speichenschlagader am inneren Handgelenk zählen. Dazu die Kuppen des Ring-, Mittel- und Zeigefingers an das Handgelenk unterhalb des Daumens legen und so lange tasten, bis der Pulsschlag deutlich fühlbar ist. Die Schläge werden mithilfe einer Uhr, die einen Sekundenzeiger hat, 15 Sekunden lang gezählt und dann mal vier genommen, um die Pulsfrequenz pro Minute zu erhalten.
Die Pulskontrolle ist täglich, bei Schwerkranken sogar mehrmals täglich durchzuführen. Anweisungen dazu gibt der Arzt.
Ein zu hoher Blutdruck ist immer gefährlich und kann zu Herzinfarkt und Schlaganfall führen. Bluthochdruck muss behandelt und beobachtet werden, wobei die tägliche Blutdruckmessung zur Überwachung notwendig sein kann.
Das Verabreichen von Medikamenten
Medikamente sind hochwirksame Substanzen, die nicht nur helfen und heilen, sondern auch Schaden anrichten können: durch ihre Nebenwirkungen, durch falsche Anwendung oder Missbrauch. Um eine Gefährdung durch Medikamente zu vermeiden, sind deshalb einige Richtlinien zu beachten. Ein Merksatz kann dabei behilflich sein: das richtige Medikament in der richtigen Dosierung zur richtigen Zeit. Das richtige Medikament wird meist vom Arzt verordnet. Kauft man es selbst, sich vom Apotheker beraten lassen, ob das Mittel auch geeignet ist. Grundsätzlich gilt: Ein harmloses Medikament gibt es nicht. Auch Naturheilmittel können bei falscher Anwendung Schaden anrichten. Insbesondere dürfen Schmerzmittel nie auf längere Zeit ohne Anordnung des Arztes eingenommen werden.
Die Einnahme eines verordneten Medikamentes soll nicht ohne Zustimmung des Arztes abgebrochen werden. Ausnahme: heftige Reaktionen auf Arzneimittel und der Arzt ist nicht erreichbar. Bei Anzeichen für Arzneimittelschock sofort den Notarzt rufen!
Bei einer Mehrfachtherapie verlieren ältere Menschen oft die Übersicht bei der Einnahme. Es sollte deshalb notiert werden, in welcher Reihenfolge, Dosierung und zu welchem Zeitpunkt das jeweilige Medikament einzunehmen ist.
Ist eine selbstständige Medikamenten-Einnahme nicht mehr gewährleistet, muss der Pflegende sicherstellen, dass die Arznei verabreicht und auch tatsächlich geschluckt wurde.
Die vom Arzt angegebene Dosierung eines Medikamentes darf auf keinen Fall eigenmächtig verändert, also weder erhöht noch verringert werden.
Es kann für die Wirksamkeit eines Medikamentes von Bedeutung sein, zu welchem Zeitpunkt (z. B. vor oder nach den Mahlzeiten) und für welche Zeitdauer (z. B. 5 oder 10 Tage) es eingenommen werden muss. Die entsprechenden Anweisungen sind exakt einzuhalten.