Regelmäßiges Umlagern beugt der Entstehung von Druck- geschwüren vor
Die Prophylaxe von Druckstellen ist besonders wichtig, denn eine der folgenschwersten Komplikationen von Bewegungsunfähigkeit und Bettlägerigkeit ist das Entstehen von Druckstellen der Haut, die sich bis zum Druckgeschwür (= Dekubitus) entwickeln können. Druckstellen bilden sich bevorzugt an Körperstellen aus, an denen sich Knochenvorsprünge befinden und die Haut weniger mit Unterhautfettgewebe gepolstert ist. Für die Vermeidung von Dekubitus gibt es nur eine einzige richtige Prophylaxe-Maßnahme: Die Druckeinwirkung muss ausgeschaltet werden. Die Druckentlastung erfolgt durch regelmäßiges Umlagern des Kranken, durch extremes Weichlagern des ganzen Körpers oder durch Freilagern einzelner Körperteile.
Mit dem Begriff "Thrombose" wird die Entstehung von Blutgerinnseln im Blutgefäßsystem bezeichnet, wobei sich Thromben vor allem in den Beinvenen ausbilden. Zur Thromboseprophylaxe können im Bett Bewegungsübungen durchgeführt werden:
Anheben der Beine, Fuß- und Zehengymnastik
Atemübungen
Kann sich der Patient nicht bewegen, muss der Pflegende mehrmals am Tag die Beine des Kranken hochheben bzw. Füße und Zehen bewegen. Wann immer es der Zustand des Kranken erlaubt, soll er natürlich täglich aufstehen und wenigstens für kurze Zeit etwas herumgehen.
Bei offensichtlichen Risikopatienten (die Beurteilung nimmt der Arzt vor) ist vor dem Aufstehen ein gut und straff sitzender Kompressionsverband an beiden Beinen anzulegen. Zweckmäßig sind auch Anti-Thrombose-Strümpfe.
Prophylaxe von Lungenentzündung
Lungentzündung ist eine typische Komplikation bei Bettlägerigkeit, von der vor allem Menschen mit Erkrankungen der Atemwege sowie ältere Menschen bedroht sind. Beim Liegen ist die Atmung meist nur oberflächlich, sodass die tiefer gelegenen Lungenbereiche nicht ausreichend durchlüftet werden. Das Abhusten von Schleim ist bei älteren Menschen oft ungenügend, wie auch eine allgemein verringerte Abwehrkraft das Übergreifen von Infektionen der Bronchien auf das Lungengewebe erleichtert. Mit den vorbeugenden Maßnahmen sollen die Atmungstätigkeit des Kranken gefördert, die Belüftung der Lungen verbessert sowie Schleimansammlungen verhindert bzw. bereits angesammelter Schleim abgehustet werden. Der Kranke soll mehrmals täglich bei einer Oberkörperhochlagerung tief durchatmen. Ist dies wegen des Allgemeinzustandes nicht möglich, sind Atmung und Durchlüftung durch eine rechte Seitenlagerung zu fördern.
Zur Lösung des Schleims kann der Brustkorb mit leichten Schlägen abgeklopft werden. Diese Maßnahme ist jedoch mit dem Arzt abzusprechen, denn Abklopfen ist nicht geeignet für Patienten mit Kopfverletzungen und für Herzkranke.
Mit Einreibungen kann örtlich die Durchblutung gefördert werden, z. B. mit Menalind Hautfluid oder Hautfluid-Gel.