Bei Wunden sollten grundsätzlich folgende Handlungsleitlinien beachtet werden:
• Bei der Erstversorgung sollte der Verletzte liegen oder sitzen, das verletzte Körperteil sollte, wenn es die Unfallsituation erlaubt, möglichst ruhig gestellt werden.
• Wunden und Wundumgebungen sollten nicht mit den Händen betastet und berührt werden, um zusätzliche Verunreinigungen und Infektionen zu vermeiden (z. B. Einmalhandschuhe tragen).
• Wunden sollten möglichst bald, so wie sie vorgefunden werden, mit sterilen Verbandmaterialien (z. B. aus dem Verbandkasten) bedeckt werden, um sie vor weiterer Kontamination mit Keimen und Verschmutzung zu schützen. Ist steriles Verbandmaterial nicht greifbar, sollten nach Möglichkeit gebügelte (und damit weitgehend keimfreie) Wäschestücke verwendet werden.
• Eventuell muss die Blutung gestillt werden (siehe Blutstillung). In Notfällen gilt: Blutstillung vor Infektionsverhütung!!!
• Wunden sollten nicht eigenmächtig mit Medikamenten, wie z. B. Puder, Sprays oder Salben behandelt werden, da dies unter anderem die Wundbeurteilung erschweren kann und eventuell ein schmerzhaftes Reinigen erforderlich macht.
• Etwaige Fremdkörper in der Wunde müssen vom Arzt entfernt werden. Ragt ein Fremdkörper aus der Wunde, wird dieser für den Verletztentransport umpolstert (siehe Kapitel „Fremdkörper“).
• Wunden sollten innerhalb von 6 Stunden ärztlich beurteilt bzw. versorgt werden.
Hinweis 1: Grundsätzlich besteht bei jeder kleinsten Wunde die Gefahr von Wundstarrkrampf (Tetanus), weshalb ein ausreichender Impfschutz dringend zu empfehlen ist.
Hinweis 2: Mit Ausnahme von kleinflächigen Schürfwunden und kleinen Schnittwunden ist die Untersuchung und Behandlung einer Wunde grundsätzlich Aufgabe eines Arztes.
Ziel der Erstversorgung ist es, weitere schädliche Einflüsse von der Wunde fern zu halten.
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