Schnittwunden entstehen am häufigsten im Haushalt durch unvorsichtigen Umgang mit scharfen Gegenständen wie Messern oder zerbrochenem Glas.
Typisch sind glatte Wundränder ohne Verletzung der umgebenden Haut und eine relativ starke Blutung. Diese sieht oft gefährlich aus, schwemmt aber Schmutz und Krankheitskeime aus der Wunde heraus. Deswegen heilen kleinere Schnittwunden normalerweise ohne größere Probleme. Kritisch sind allerdings Schnittwunden, die durch Messer entstehen, die vorher in Kontakt mit rohem Fleisch standen, weil Fleisch viele Keime enthält.
Ebenso heikel sind tiefere Schnittverletzungen an Gelenken und an den Fingern. In diesen Fällen besteht die Gefahr, dass Nerven betroffen oder Sehnen durchtrennt sind.
Behandlung von kleinen, oberflächlichen Schnittwunden:
- kurz bluten lassen, damit Schmutz und Krankheitserreger herausgespült werden
- Wunde desinfizieren
- Wunde mit geeignetem Wundpflaster abdecken (bei einem sterilen Pflaster ist eine Desinfektion nicht unbedingt erforderlich)
- stärkere Blutung durch Druck von außen stoppen. Dazu fest mit einer zusammengefalteten Mullkompresse oder einer zusammengerollten Mullbinde gegen die Wunde drücken und diese mit Druck fixieren.
Behandlung von allen größeren und vor allem tieferen und zerklüfteten Schnittwunden:
- Unbedingt einen Arzt aufsuchen!
- Auch bei Schnittverletzungen an den Fingern mit vorhandenem Taubheitsgefühl und eingeschränkter Beweglichkeit ist eine ärztliche Behandlung erforderlich. Wurden Schnittwunden mit einem Messer oder anderen scharfen Gegenständen verursacht, die vor der Verletzung mit rohem Fleisch in Berührung kamen, bedürfen diese Wunden der ärztlichen Versorgung.
- Schnittwunden im Gesicht sollte ebenfalls ein Arzt behandeln, damit sich möglichst nur eine kleine Narbe bildet.
Schnittwunden können in der Regel sehr gut versorgt werden. Häufig ist nicht einmal eine Naht erforderlich. Stattdessen verwendet der Arzt spezielle Wundnahtstreifen, mit denen die Wundränder zusammenfügt werden.