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Diabetischer Fuß: Blutzuckereinstellung und hydroaktive Wundbehandlung fördern den Heilungsprozess

Ist die Makro- und Mikrozirkulation in der Haut gestört, kann sich eine chronische Wunde entwickeln. Eine Übersichtsarbeit in der Fachzeitschrift Lancet gibt einen Überblick zu den biologischen und molekularen Abläufen der Wundheilung.

Ohne korrekte Blutzuckereinstellung kann der diabetische Fuß nicht heilen.

Nach einer Verletzung der Haut beginnt ein komplexer Wundheilungsprozess, bei dem das zerstörte oder auch entfernte Gewebe ersetzt und die Haut erneuert wird. Ist die Makro- und Mikrozirkulation in der Haut gestört, kann sich eine chronische Wunde entwickeln, die nur schwer abheilt. Prof. Vincent Falanga von der Universität Boston/USA stellt in einer Übersichtsarbeit den heutigen Wissensstand zu den biologischen und molekularen Abläufen der Wundheilung zusammen und erläutert, was für eine erfolgreiche Behandlung diabetischer Ulzera beachtet werden sollte (Lancet 2005; 366: 1736-1743).

Diabetische Ulzera haben – wie alle chronischen Wunden – die Fähigkeit verloren, die einzelnen Phasen des Heilungsprozesses so zu synchronisieren, dass der Hautdefekt geschlossen wird. Beim diabetischen Fußsyndrom wird diese Störung der Wundheilung durch zahlreiche verschiedene Faktoren verursacht. Falanga unterscheidet dabei zwischen intrinsischen (Neuropathie, vaskuläre Probleme sowie weitere systemische Beeinträchtigungen aufgrund des Diabetes) und extrinsischen Faktoren (Wundinfektion, Schwielenbildung, übermäßiger Druck auf die Wunde). „Oft verstärken sich diese krankhaften Veränderungen gegenseitig und es entsteht ein regelrechter Teufelskreis“, schreibt Falanga.

 

Gestörte Mikro- und Makrozirkulation verbessern

Bei Patienten mit chronischen Wunden ist eine effiziente kausale Therapie der Grunderkrankung für eine Heilung meist genauso wichtig wie die eigentliche lokale Wundbehandlung. Das Ziel dabei ist, die gestörte Mikro- und Makrozirkulation in der Haut zu verbessern, um so den Heilungsprozess zu fördern. Zu Beginn jeder Behandlung eines diabetischen Ulkus müssen daher der Blutzuckerspiegel des Patienten eingestellt, eine Infektion behandelt und die Perfusionsstörungen behoben werden. Je nach Zustand der Wunde sollten hydroaktive Wundauflagen eingesetzt werden, die einerseits Mazerationen und Belägen vorbeugen und gleichzeitig die Zellmigration während des Heilungsprozesses erleichtern.