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Die richtigen Handgriffe schonen die Kräfte der Pflegekraft

Bei der Krankenpflege erleichtern die richtigen Handgriffe die tägliche Arbeit. Immer wiederkehrende Tätigkeiten sind dabei:

• das Wechseln der Bettwäsche
• die Lagerung des Pflegebedürftigen
• Stützgriffe zum Aufrichten

Bei den Tätigkeiten sollte der Pflegende unbedingt darauf achten, dass er sein Rücken durch eine gute Körperhaltung schont und Überlastungen vermeidet. Ist der Pflegebedürftige noch in der Lage, sich allein zu waschen, anzuziehen oder essen, sollte er dies auch selbständig tun. Dies stärkt sein Selbstvertrauen und seinen Lebensmut.

Eine Methode zum Wechseln der Bettwäsche

So können von einer Person das Leintuch und die Krankenunterlage gewechselt werden:

  1. Bettdecke entfernen, Leintuch an allen Seiten lösen, den Kranken behutsam zur Seite rollen. Dazu an der Seite stehen, auf die der Kranke gerollt werden soll. Den Kranken an Schulter und Hüfte anfassen und zu sich rollen. Das untere Bein gestreckt nach unten legen, das obere – leicht angewinkelt – nach vorne ziehen.
  2. Das gebrauchte Leintuch an der freien Seite bis zum Rücken des Kranken aufrollen. Frisches Leintuch an der Matratze befestigen, bis zum Rücken des Kranken hochschieben und spannen.
  3. Den Kranken vorsichtig über die beiden Leintücher auf die andere Seite rollen. Das gebrauchte Leintuch entfernen, das neue nachziehen und sorgfältig spannen.

Krankenunterlagen auf die gleiche Weise wechseln. Kann der Kranke überhaupt nicht mehr mithelfen, sind zwei Personen zum Wechseln erforderlich.

Drei wichtige Krankenlagerungen

Für eine hohe Oberkörperhochlagerung die Rückenstütze auf die geeignete Höhe bringen. Füße rechtwinklig stützen, damit der Kranke nicht abrutscht. Arme seitlich, etwa in Herzhöhe, lagern und ebenfalls gut abstützen.

Bei der Rückenlagerung Nacken und Kopf durch ein kleines Kissen so stützen, dass die Atmung erleichtert wird. Arme und Beine zur Muskelentspannung leicht anwinkeln. Kniekehlen durch Unterlegen einer Rolle leicht anbeugen. Füße rechtwinklig stützen, Fersen frei schwebend lagern.

Zur Seitenlagerung den Kranken zur Seite drehen und den Rücken mit einem Kissen gut abstützen, um ein Zurückgleiten zu verhindern. Das untere Bein strecken, das obere leicht nach vorn ziehen und auf einem Kissen lagern. Dabei kann entweder der unten liegende Arm seitlich vor dem Körper gelagert werden oder der oben liegende Arm wird gebeugt und mit einem Kissen abgestützt.

Richtige Körperhaltung schützt vor Schäden

Am Krankenbett ist die Schritt- oder Grätschstellung zu empfehlen, mit den Fußsohlen ganz am Boden. Denn sie gewährleistet einen sicheren Stand – natürlich bei geeigneten Schuhen mit einem guten Fußbett und rutschfester Sohle. Muss der Kranke angehoben werden, geht man in der Grätschstellung in die Knie. Dabei kann man die Bewegungen "federnd" aus den Gelenken ausführen.

Beim Anheben und Tragen von Lasten nie einen "Katzenbuckel" machen. Denn dabei werden die Bandscheiben keilförmig verformt, wodurch an den Kanten punktuell ein zu starker Druck entsteht. Besser ist es, den Rücken gerade zu halten und in die Knie zu gehen, gegebenenfalls in Grätschstellung.

Nützliche Stützgriffe

Der Stützgriff eignet sich zum Aufrichten eines Kranken, der nach dem Aufrichten ohne Hilfe sitzen kann. Seitlich neben das Bett stellen und mit der rechten Hand unter die rechte Achselhöhle des Kranken fassen bzw. mit der linken Hand unter die linke Achselhöhle. Mit der anderen Hand unter Nacken und Schulter in die jeweils andere Achselhöhle greifen. Der Kopf des Kranken ruht dabei in der Ellenbeuge der Pflegeperson. So den Kranken aufrichten.

Der Haken-Stütz-Griff ist erforderlich, wenn ein Kranker höher gelegt werden muss, aber nicht mehr mithelfen kann. Hierzu sind zwei Pflegepersonen nötig. Sie stellen sich rechts und links in Grätschstellung ans Bett und verhaken jeweils die rechten Hände unter dem Gesäß des Kranken. Eine Pflegeperson stützt mit dem linken Arm den Kopf und Nacken des Kranken, der Helfer fasst mit dem linken Arm unter die Kniekehlen. Die Arme des Kranken sind auf seinem Oberkörper verschränkt. Auf Kommando wird der Kranke angehoben und höher gelegt.