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Exogene Ursachen für Kontaminationen

Exogene Ursachen, wie Haut, Mund und Hände des OP-Personals sind eine häufige Quelle für Mikroorganismen, die nosokomiale Infektionen auslösen können.

Luft

Pathogene Keime werden auch durch die Luft übertragen.

Keimübertragungen sind nicht nur über einen direkten Kontakt möglich, sondern auch durch die Luft. Welche Bedeutung dieser Übertragungsweg hat, ist zwar umstritten. Doch können
zweifellos auch relativ geringe Keimzahlen in der umgebenden Luft zu Wundinfektionen führen.

Bekleidung

Die richtige OP-Bekleidung minimiert das Risiko für nosokomiale Infektionen.

Sterile OP-Mäntel, die Schutz gegen eine mikrobielle Kontamination des Wundbereiches durch das OP-Personal bieten, minimieren das Infektionsrisiko. OP-Mäntel sollen abriebfest sein und eine Durchfeuchtung wirkungsvoll verhindern.

Textile Kleidungsstücke geben Fasern, Fäden und Staub ab, die auch mit lebensfähigen pathogenen Mikroorganismen behaftet sein können. Auf diesem Weg gelangen Erreger zunächst von der Körperoberfläche an die Kleidung und dann bei Bewegungen mit den sich ablösenden textilen Bekleidungspartikeln in die Luft des Operationsraumes.

Mund- und Rachenraum

Ein Mundschutz verhindert die Übertragung von Keimen über Munde und Nase.

Der Mensch exhaliert bakterienbeladene Tröpfchen bei heftiger Atmung aus der Nase und beim Sprechen aus dem Mund. Je mehr geredet, gehustet oder geniest wird, um so mehr werden auch Mikroorganismen, insbesondere nosokomiale Infektionserreger, verstreut.

Ein im OP-Bereich verwendeter Mundschutz muss Mund und Nase vollständig bedecken. Er sollte aus einem mehrschichtigen Material bestehen, dabei jedoch die Atmung und Kommunikation nicht behindern. Wichtig ist auch, dass der Mundschutz über starke Filterkapazität verfügt und dabei keine Hautpartikel vom Gesicht scheuert.

Kopf und Haare

Auch Haare sind mit Keimen kontaminiert und müssen bei Operationen bedeckt werden.

Abgeschilferte Hautepithelien können sich von exponierten Hautabschnitten im Gesichtsbereich ablösen; Kopfschuppen oder Haare, die mit Keimen kontaminiert sind, fallen von ungenügend abgedeckten Bereichen herab. Haare sind stets mit Keimen der Kopfhaut kontaminiert. Auch die Haut im Bereich der Stirn weist hohe Keimzahlen auf.

Eine geeignete Kopfbedeckung für chirurgische Eingriffe muss so gestaltet sein, dass Haupthaar und Stirn vollständig bedeckt sind; bei Bartträgern muss auch der Bart bedeckt sein.

Haut und Hände

Desinfektionsmittel reduzieren die Keime auf den Händen nur vorübergehend.

Die hauteigenen Keime vermehren sich in den oberen Hautschichten. Händewaschen kann die Freisetzung dieser residenten Flora nicht verhindern; auch Desinfektionsmittel reduzieren die Keime nur vorübergehend.

Eine chirurgische Händedesinfektion ersetzt nicht das Tragen von sterilen OP-Handschuhen. Um eine Kontamination der Handschuhaußenseiten durch die zwar desinfizierten, aber nicht völlig keimfrei gewordenen Hände zu vermeiden, sind daher beim Anlegen und Wechsel von OP-Handschuhen die Regeln der Hygiene und Asepsis zu beachten.

Bei länger andauernden chirurgischen Eingriffen ist die Ansammlung von Mikroorganismen im Handschuh durch die Absonderung von Handschweiß unvermeidlich. Regelmäßig sollten deshalb die Hände erneut desinfiziert und neue Handschuhe angelegt werden. Auch nach einer Beschädigung des Handschuhs können Keime in den Operationsbereich gelangen und der Eigenschutz des Operateurs ist gefährdet. Daher ist auch hier der Handschuhwechsel mit Händedesinfektion selbstverständlich.