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Gute Krankenbeobachtung kann Schlimmes verhindern

Die meisten Krankheiten oder Verschlechterungen bestehender Krankheiten kündigen sich durch Symptome an. Der Pflegende sollte versuchen, diese Symptome frühzeitig wahrzunehmen und seine Beobachtungen umgehend dem Arzt mitteilen.

Hautzeichen

  • Blässe, verbunden mit Schweißausbruch, raschem Puls und Schwächegefühl, ist ein Anzeichen für Schock und signalisiert drohendes akutes Kreislaufversagen
  • Gelbverfärbung bei Leber- und Gallenerkrankungen
  • Blauverfärbung bei Sauerstoffmangel des Blutes
  • Rötungen bei Hitze, Erregung, hohem Fieber, Bluthochdruck oder entzündlichen Vorgängen
  • Wasseransammlungen (Ödeme) bei Venenleiden: Einschränkungen der Herztätigkeit, Nierenkrankheiten
  • Im Genital- und Afterbereich besonders auf Entzündungen, Blutungen, Ausfluss, Hauteinrisse und äußere Hämorrhoiden achten
  • Bei der Nagel- und Fußpflege feststellen, ob Nagelveränderungen (Brüchigwerden, Verformungen, Verfärbungen, Verdickungen) und Pilzerkrankungen bestehen. Mundschleimhaut auf Entzündungen und weißliche, fest sitzende Beläge kontrollieren

Urin und Stuhl

Ein drei- bis viermaliges Wasserlassen innerhalb 24 Stunden gilt als normal. Werden auffällige Abweichungen von diesen Mittelwerten erkennbar, ist umgehend der Arzt zu verständigen. Eine Kontrolle der Urinmenge ist vor allem bei älteren Menschen wichtig, weil Störungen im Flüssigkeitshaushalt für sie schwerwiegende Folgen haben können wie etwa Verwirrungszustände.

Die Farbe des Urins ist bei normaler Flüssigkeitszufuhr hellgelb und klar, wässrig-hell bei überreichlicher Zufuhr. Eine dunkelgelbe Färbung zeigt sich bei starkem Wasserverlust oder zu geringer Flüssigkeitszufuhr. Bei bierbraunem, fleischfarbenem oder trübem Urin mit weißen Ausflockungen ist wiederum der Arzt zu konsultieren.

Die Häufigkeit der Darmentleerung gilt mit ein- bis zweimal täglich oder mindestens jeden zweiten Tag als normal. Farbe und Beschaffenheit des Stuhls wird durch die aufgenommene Nahrung bestimmt, kann aber auch auf Krankheiten hinweisen. Der Arzt ist aufzusuchen, wenn ein Durchfall andauert bzw. in Verbindung mit Fieber, Erbrechen oder Beimengungen von Schleim und Blut auftritt, bei hartnäckiger Verstopfung, wenn Durchfall und Verstopfung abwechseln oder Blut im Stuhl sichtbar wird.

Beim Erbrechen des Kranken ist festzuhalten, wann er erbricht (Zeitabstand zur letzten Mahlzeit), wie er erbricht (würgend oder schlagartig im Schwall), wie häufig er erbricht und welche Beimengungen sichtbar werden (Blut, Speichel, Schleim, Galle).

Auswurf oder Sputum

Leidet der Pflegebedürftige an Bronchitis, Bronchialasthma oder einer Lungenentzündung, fällt die zähflüssige Beschaffenheit des Sputums auf. Dünnflüssiges, hellrotes und schaumiges Sputum deutet auf eine Flüssigkeitsansammlungen in der Lunge (häufig bei akutem Herzversagen) hin, könnte aber auch eine Lungenblutung, Lungentuberkulose oder Lungenkrebs sein. Beimengungen von Eiter sind bei Abszessen der Lunge zu finden.