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Hohes Risiko für postoperative Wundinfektionen bei Diabetes

Die Lokation sowie die Indikation einer Operation erhöhen die Wahrscheinlichkeit für eine Wundinfektion. Auch Patienten mit Diabetes haben ein erhöhtes Risiko. Das ist das Ergebnis einer Studie aus Australien.

Diabetiker haben ein deutlich erhöhtes Risiko für postoperative Wundinfektionen.

Wundinfektionen nach kleineren chirurgischen Eingriffen können bei den betroffenen Patienten oft zu einer erheblichen Morbidität führen. Welche Risikofaktoren eine postoperative Infektion begünstigen, hat eine australische Studie untersucht. Die Lokation sowie die Indikation der Operation erhöhen die Wahrscheinlichkeit für eine Wundinfektion. Auch Patienten mit Diabetes haben ein erhöhtes Risiko.

In ihrer Studie haben Dr. Clare Heal und ihre Kollegen von der James Cook Universität in Mackay, Australien, die Infektionsraten bei 857 Patienten untersucht, die sich in niedergelassenen Arztpraxen einem kleineren chirurgischen Eingriff unterziehen mussten (Medical Journal of Australia 2006; 185: 255-258). Bei 74 (8,6%) der operierten Patienten infizierte sich die Wunde nach der Operation. Dabei ermittelten die Mediziner mehrere Faktoren, die das Risiko für eine Wundinfektion signifikant beeinflussten. Zum einen waren Patienten mit Diabetes häufiger von einer Infektion betroffen (18,2% vs. 8,4%). Zudem zeigten Exzisionen am Unterschenkel und Fuß häufiger Anzeichen einer postoperativen Infektion. Auch die Indikation für den operativen Eingriff beeinflusste das Risiko. Patienten, denen Basalzell- und Plattenepithelkarzinome chirurgisch entfernt wurden, zeigten deutlich häufiger Symptome einer Wundinfektion.

"Unsere Ergebnisse konnten Hochrisikogruppen für Wundinfektionen bei anstehenden Operationen in Arztpraxen identifizieren", betonen die Autoren. Patienten, die an Diabetes leiden, sich Exzisionen nicht-melanozytärer Hauttumoren unterziehen müssen oder an den unteren Extremitäten operiert werden, sind dabei besonders gefährdet. "Bei diesen Patienten sollte überlegt werden, ob eine prophylaktische Antibiotikagabe sinnvoll sein könnte", empfehlen sie weiter. Aber auch andere, nicht-pharmakologische Interventionen, die postoperative Wundinfektionen verhindern können, seien in diesen Fällen indiziert.