HARTMANN in Österreich
OP-Management > Wissenswertes > Nosokomiale Infektionen: Systematische Beobachtung verringert Infektionsraten

Nosokomiale Infektionen: Systematische Beobachtung verringert Infektionsraten

Werden nosokomiale Infektionen in Krankenhäusern systematisch beobachtet und erfasst, verringert dies schon nach wenigen Jahren die Infektionsraten deutlich. Dies ergab eine Analyse der vom deutschen Krankenhaus-Infektions-Surveillance-Systems (KISS) erhobenen Daten.

Eine exakte Überwachung verringert die Infektionsraten deutlich.

Beatmungsassoziierte Pneumonien nahmen innerhalb von drei Jahren um 29% ab, zentralkatheteter-assoziierte Infektionen um 20% und postoperative Wundinfektionen um 28%.

In Deutschland wurde KISS 1997 ins Leben gerufen. Seitdem hat sich die Zahl der teilnehmenden Krankenhäuser kontinuierlich erhöht. Ob sich dies auch auf die Inzidenz nosokomialer Infektionen ausgewirkt hat, haben Prof. Petra Gastmeier von der Medizinischen Hochschule und ihre Kollegen untersucht (J Hospital Infect 2006; 64: 16-22). Die Mediziner bezogen nur Krankenhäuser in ihre Analyse ein, die ohne Unterbrechung mindestens drei Jahre an KISS teilgenommen hatten (150 Intensivstationen und 133 chirurgische Abteilungen). Die Infektionsraten des ersten Jahres des Beobachtungszeitraumes wurden mit denen des zweiten und dritten Jahres verglichen.

Im ersten Jahr der Teilnahme an KISS lag die Rate beatmungsassoziierter Pneumonien bei 11,2 pro 1000 Beatmungstage, die der zentralkatheteter- assoziierten Infektionen bei 2,1 pro 1000 Katheter-Tage und die Rate der postoperativen Wundinfektionen bei 1,6 pro 1000 Operationen. In den folgenden beiden Jahren verringerte sich die Häufigkeit der nosokomialen Infektionen signifikant. Im dritten Jahr lag die Rate der Pneumonien bei 8,0 pro 1000 Beatmungstage (minus 29%), zentralkatheteter-assoziierte Infektionen traten nur noch bei 1,7 von 1000 Katheter-Tagen auf (minus 20%), und die Zahl postoperativer Wundheilungsstörungen verringerte sich auf 1,1 pro 1000 Operationen (minus 28%).

"Diese deutliche Abnahme der noskomialen Infektionen zeigt, wie wichtig eine exakte Beobachtung und Erfassung für eine erfolgreiche Infektionskontrolle ist. Die Teilnahme an KISS fördert die Bereitschaft, Maßnahmen und Kontrollen einzuführen, die das Infektionsrisiko verringern", schlussfolgern die Autoren der Studie. Der Aufwand rechne sich für die Krankenhäuser, da sich durch die Verringerung der Infektionen erhebliche Kosten für die Behandlung der Patienten einsparen lassen.