HARTMANN in Österreich
OP-Management > Wissenswertes > Staphylococcus aureus auf Intensivstationen : Jedes vierte Isolat ein MRSA-Keim

Staphylococcus aureus auf Intensivstationen : Jedes vierte Isolat ein MRSA-Keim

Auf den Intensivstationen deutscher Krankenhäuser gehört durchschnittlich jedes vierte Isolat des Keimes Staphylococcus aureus zum Stamm des methicillin-resistenten S. aureus (MRSA).

Allerdings ist die Situation sehr heterogen. Während auf einigen Intensivstationen kein MRSA gefunden wurde, betrug der Anteil auf anderen Stationen mehr als 64%. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die die MRSA-Häufigkeit auf 38 deutschen Intensivstationen untersucht hat (Infect Control Hosp Epidemiol 2006; 27: 146-154).  Die wachsende Zahl nosokomialer Infektion, die durch MRSA ausgelöst werden, stellt die Krankenhäuser in Deutschland zunehmend vor klinische und ökonomische Herausforderungen. Da vor allem schwer kranke Patienten betroffen sind, treten Kolonisation und Infektionen mit MRSA auf Intensivstationen deutlich häufiger auf als auf anderen Stationen eines Krankenhauses. Wie hoch ihr Anteil an Isolaten des Keimes Staphylococcus aureus auf Intensivstationen in Deutschland ist, haben Dr. Elisabeth Meyer vom Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene der Universität Freiburg und ihre Kollegen untersucht. An der Studie nahmen 38 Intensivstationen aus 17 deutschen Städten teil.

© Eaxoin / istock / # 6470980

Große Schwankungen der MRSA-Häufigkeit zwischen den einzelnen Intensivstationen

Zwischen 2001 und 2003 wurden insgesamt 9552 Isolate von S. aureus nachgewiesen. Davon gehörten 2249 zur Gruppe des MRSA. Dies entspricht einer durchschnittlichen Häufigkeit von 23,6%. Allerdings variierte der Anteil des MRSA an den S. aureus-Isolaten je nach Intensivstation zwischen 0 und 64,4%.

In der Studie wurde auch untersucht, ob der Einsatz bestimmter Antibiotika die MRSA-Häufigkeit beeinflusst. Besonders häufig wurde MRSA auf denjenigen Stationen ermittelt, die die Antibiotika Imipenem und Ciprofloxacin einsetzten. Während des dreijährigen Untersuchungszeitraumes konnten keine signifikanten Veränderungen der MRSA-Häufigkeit gemessen werden. Während der MRSA-Anteil auf 14 Intensivstationen abnahm, erhöhte er sich auf 18 Stationen. Dabei korrelierte ein hoher Verbrauch von Antibiotika der dritten Generation mit der Zunahme von MRSA auf den auf den einzelnen Intensivstationen.